Es kommt natürlich sehr auf die Zahl der Kreuzungen bzw. Anhalte- und Beschleunigungsvorgänge auf die zurückgelegte Strecke an. Hier nochmal zwei Grafiken dazu. Erst der Verbrauch bei verschiedenen, konstanten Geschwindigkeiten. Egal welche Euro-Norm, mit 50 km/h ist man immer im Vorteil gegenüber 30 km/h:
(Kraftstoffverbrauch nach aktualisiertem Modell für benzingetriebene Pkw lmit verschiedenen Euro-Normen, bei [konstanter] Fahrt innerorts mit verschiedenen Geschwindigkeiten)
Die Zuschläge für jeden Anhaltevorgang fallen je nach Geschwindigkeit, aus der auf Stillstand verzögert und wieder bis zum Erreichen der vorher gefahrenen Geschwindigkeit beschleunigt wird, stark unterschiedlich aus. Zwischen 50 und 30 km/h liegt hier, je nach Fahrzeugkategorie, ein Faktor 2 bis 3 vor:
(Kraftstoffzuschlag nach aktualisiertem Modell für benzingetriebene Pkw mit verschiedenen Geschwindigkeiten)
Quelle ist das schwedische Trafikverket, eine tendentiell eher autofreundliche Behörde:
https://bransch.trafikverket.se/contentassets/773857bcf506430a880a79f76195a080/forskningsresultat/vti_nya_emissionsfaktorer_beraknade_med_phem.pdf
Wenn man nun diese beiden Diagramme zusammen betrachtet, wird verständlich, weshalb 30 km/h für Nebenstraßen mit Rechts-vor-links-Kreuzungen gut ist, und alles von 40 bis 60 sinnvolle Kompromisse für solche Straßen, auf denen nicht an jeder Kreuzung angehalten werden muß. Das kann man dann für jeden Einzelfall durchrechnen, wenn notwendig. Meistens reichen Erfahrungswerte, wenn beschlossen werden soll, welche Begrenzung denn nun auf dieser oder jener Straße gilt. Neben der Energieoptimierung spielen ja auch noch andere Faktoren mit rein, wie z.B. Fußgängerpassagen oder Bushaltestellen.
Soweit die Theorie. Dezidierte Messungen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, da muß ich nach dem Urlaub nochmal meine Kollegen fragen, die tiefer in dem Thema drin sind.
In meiner Stadt wurde vor mehr als 10 Jahren umgestellt von generell 50 - vereinzelt 30 - große Straßen 70 auf situationsangepaßt 30, 40, 60, 70, 80. Wobei die allermeisten Straßen, rein von der Strecke her, auf 30 begrenzt sind. Die Unfallzahlen sind runter gegangen, irgendwelche Zeitverluste so gut wie nicht meßbar, die gehen im Grundrauschen der anderen beeinflussenden Faktoren unter. Das einzig Nervige ist, aufgrund der vielen Abstufungen manchmal unsicher zu sein, welche Grenze gerade gilt.