Vorgestern war es soweit: ich durfte meinen neuen BX abholen, nachdem sich die Fehlersuche und Reparatur des ABS beim Verkäufer noch etwas hingezogen hatte.
Ich war schon lange latent auf der Suche nach einem BX, der meine wohl einschneidendste Citroën-Kindheitserinnerung ist: das erste Citroën-Modell, dessen Einführung ich bewusst miterlebt hatte. Das macht mich bis heute zu einem BX-Fan, ohne dass ich allerdings je einen besessen hätte. 2005 habe ich einmal einen 16V angeschaut, habe dann aber angesichts des Geräuschpegels auf seinen Einsatz als Daily Driver (2 × 40 km Autobahn) verzichtet. Ich trauere ihm aber immer noch ab und zu nach. Interessante Modelle in meinem Beuteschema sind entweder ganz frühe Exemplare oder solche, die spezielle / seltene Varianten verkörpern, idealerweise mit einer nicht alltäglichen Farbe.
Über einen solchen bin ich dann im letzten November gestolpert: einen GTi 4WD von 1990 mit nur 78'000 km auf dem Zähler und im schönsten Hellblau, das man sich vorstellen kann. Angepriesen wurde es als "Monzablau", so eine Farbe habe ich aber bei Citroën nirgends gefunden. In diesem Jahrgang muss es wohl bleu olympe sein. Ein 4WD, der nicht rot, weiss oder grau ist, dazu mit überschaubarer Laufleistung und mit der Aussicht auf Veteranenzulassung (was ungefähr dem deutschen H-Kennzeichen entsprechen dürfte). Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Der Aspekt "Leichtsinn" kommt dann in Spiel, wenn man sich etwas über den 4WD informiert. Die Schwäche der Getriebewellen ist bekannt. Ich habe mich trotzdem entschlossen, das Wagnis einzugehen. Der Wagen wurde offenbar sehr pfleglich behandelt, und beim Probefahren sind mir keine Auffälligkeiten aus dem Antriebsstrang aufgefallen. Ich bin allerdings nicht der grosse Kenner... Nun hoffe ich, dass das Ganze noch etwas durchhält. Viele Kilometer werde ich nicht zurücklegen (der Veteran ist ohnehin auf 3000 p.a. limitiert), und Bergbauerneinsatz im Gelände und auf Schnee ist auch nicht geplant. Eine Quelle für potentielle Ersatzwellen habe ich vermutlich auch schon – Zustand derselben allerdings noch nicht bekannt.
In den letzten zwei Tagen stand dann die Überführung in meine Heimat, eine kleine Fototour und noch ein paar Besorgungen an. Nach kurzer Eingewöhnungsphase habe ich die ersten 250 km schon mal genossen. Der Wagen liegt natürlich etwas straffer als meine alten GS und CX, aber das typische Citroën-Fahrgefühl ist trotzdem da. Dank des wirklich exzellent erhaltenen Innenraums ist der Wohlfühlfaktor ausserordentlich hoch. Einzig der Geräuschpegel hat mich anfangs etwas erschreckt, habe ich doch die letzten 12 Autojahre praktisch nur im C6 verbracht. Man gewöhnt sich allerdings auch wieder daran. Lange Autobahntouren werden nicht zu meinen bevorzugten Unternehmungen mit den BX gehören.
Ein Bisschen was zu tun gibt es natürlich auch noch. Die Räder entsprechen noch nicht meinem Ideal. Die Radkappen, die bei dem Auto dabei waren, habe ich aus mehrerlei Gründen gleich entsorgt: die Dinger mit den 12 ovalen Vertiefungen (einfarbige Version) haben mir noch nie gefallen, vermutlich entsprechen sie nicht dem Jahrgang, sie waren in einem unansehnlichen Zustand und es gab auch nur noch 3 Stück davon. Für den Sommer werde ich mich wohl nach den GTi-Alus umsehen, und die vorhandenen Räder werden Deckel erhalten – welche, muss ich noch herausfinden. Zudem möchte ich vielleicht als farbliches Kontrastprogramm zum Hellblau noch etwas Gelb in den vorderen Bereich bringen in Form von Nebelscheinwerfern und Scheinwerferbirnen.
Ich habe auch den Eindruck bekommen, dass der Wagen etwas hoch steht, vor allem hinten. Ich habe allerdings sehr wenig Vergleichsmaterial. Eine Messung wird zeigen, ob das so ist und gegebenenfalls korrigiert werden muss.
Hier noch etwas Bildmaterial zum Geniessen: