Was zum Thema "grasgrün" gibt's bald wieder. Bis dahin also erstmal nen kleinen Lückenfüller:
Auf dem 1,4 m² kleinen Anzuchttisch geht der Platz aus. Wenn in 7-10 Tagen die Tomaten + der Tabak in Töpfe wollen, wirds kritisch. Und ich hab noch mehr Tomaten auf der Fensterbank am Keimen. Nächste Woche Melone, übernächste Woche Gurken + Zucchini. Hundertmal Basilikum zu pikieren. Wohin? Für nächstes Jahr muss angebaut werden.
Besonders unerwartet das schnelle Wachstum der Physalis. Als Kind hatten wir eine am Gewächshaus stehen, mehr weiß ich davon nicht. Schon interessant, wenn man was zum ersten Mal macht. Da gibts immer Überraschungen.
Die stehen jetzt in 7cm Töpfen, und wollen in ca einer Woche in die nächstgroßen Töpfe (10cm) umgetopft werden. Die Heizmatten hab ich schon länger abgeschalten, um sie etwas zu bremsen. Plus, vorsichtshalber hab ich mir nen Karton voll 3- und 5-Liter-Töpfe gekauft. Nix ist schlechter für ne Pflanze als zu lang in nem zu kleinen Topf zu stehen.
Dummerweise ist das hier im kalten Osten besonders nötig, die Dinger so früh vorzuziehen (Anfang Februar gestartet).
Meine überwinterten Paprika habe ich vor einiger Zeit in einen anderen Raum verbannt.
Trauermücke und Blattlaus sind mit Methoden wie Neemöl nicht absolut sicher wegzukriegen. Einige der Pflanzen sehen etwas zerpflückt aus, weil ich zur Blattlausbehandlung alle Blätter größer als Fingernagelgröße abgezupft hatte.
"Gutes Gift" hab ich zwar im Giftschrank stehen. Möchte ich aber nicht dadrauf kippen, wo ich selber was von essen will.
Das "Setup":
Fenster geputzt.
MDF-Platte vom Osterfeuerhaufen gezogen und zugesägt, so dass man ne 50cm tiefe Fensterbank hat. Sonst kriegt man nur eine Reihe Töpfe hingestellt.
Nen Fetzen von ner Rettungsdecke an die Gardine geklammert. Das sorgt für mehr Licht, und vor allem "von hinten". Dann muss man die Pflanzen nicht so oft drehen.
Raumtemperatur sollte nicht zu warm sein, wenn man keine zusätzliche Beleuchtung verwendet. 15 Grad dürfte optimal sein. Später, wenn man die tagsüber öfter mal rausstellt, kanns dann auch wärmer sein.
Sparsam gießen.
Die gleichen Sorten hab ich dieses Jahr auch neu aus Samen gezogen. Bin gespannt, welche Unterschiede sich ergeben im Hinblick auf Zeitpunkt der ersten Fruchtreife und -menge.
Zum Thema (hoffentlich) wühlmaussicherer Beete:
Ich hab mir zwei billige chinesihe Blechkübel gekauft (440 lang, 80 breit), hatte aber noch keinen Nerv, die aufzustellen. Wer es sich leisten kann, dem kann ich nur empfehlen, ordentliches Zeug zu kaufen. Jaja, ich weiß, Überraschung. Alleine die Tatsache, dass dort über 200 Schrauben mitgeliefert werden, sagt schon einiges. Nicht mit mir. Das wird mit der Akkumaschine zusammengenietet. Mehr dazu wenn das erste steht. Dann gibts noch mehr Abschreck-Argumente und kostenlose Jetzt-helfe-ich-mir-selbst-aus-der-Patsche-Profitipps von schwinge.
Ich hab mir jedenfalls erstmal was selbst zusammengezimmert. Und das sogar noch deutlich billiger als von China. Alles bis auf das Draht-Netz ist rezykliert oder stand irgendwo rum und musste eh irgendwie weg. War zwar auch nervig, von über 100 Backsteinen den Putz abzuklöppeln, dafür hab ich aber jetzt auch ein paar Eimer Putzkrümel, mit denen ich das nächste Loch verfüllen kann. Und zwar völlig kostenlos.
Wichtig: Beim Ausbuddeln langsam arbeiten, nicht zu tief buddeln, da wo man wiederauffüllen muss setzt sich der Untergrund wieder - egal wie viel man verdichtet. Die Backsteine nicht einfach trocken auf das Drahtnetz legen sondern unbedingt in Masse. Zwischen jede Lage Armierung mit Drahtgitter, an den Ecken mit Draht "vernäht", wenn man höher baut muss mehr Stahl rein um die Längsseiten miteinander zu verspannen. Verfugen. Die Balken liegen "schwimmend" auf dem Backsteinrahmen. Im Winter wird mit ordentlicher Mulchschicht abgedeckt, um die Zahl der Frostzyklen zu minimieren.
Komplett aufgefüllt wird nächste Woche, wenn das Leinölfirnis an den Innenseiten der Balken etwas trocknen konnte.
Lebensdauererwartung dieser Konstruktion liegt auf dem gleichen Niveau wie ich den Billigblechkübeln zuschreibe - 10 Jahre.
Man kann sowas aber auch für 25 oder 50 Jahre bauen, wenn man ordentliche Backsteine und gutes Holz verwendet.
An der Stirnseite zur Hausecke hin steht lauter Holler (aktuell zurückgeschnitten) als Windschutz. Wichtig sowas, denn da ziehts sonst so.
Dankeschön, wer bis hierhin durchgehalten hat.
Um ein Hochbeet zu füllen, braucht es viel Material. Wenn man alles im OBI kaufen muss, kann es teuer werden. Das muss nicht sein. Ich schiebe daher noch mein Hochbeetfüllungsrezept hinterher. Einige Komponenten erfordern aber Initiative oder Vorausplanung.
- Unten fülle ich Holz ein. Vorzugsweise schon recht vergammelt. Weichholz. Pappel, Weide, Nadelholz. Stämmchen oder dickere Äste, kurz und lang. Erstens kann man das auch als Jedermann quasi überall völlig umsonst finden, zweitens entwickelt sich Weichholz im feuchten Miliue zu einem "Schwamm", der Wasser speichert und Lebensraum für Pilze und Wurzeln bietet. Hartholz kann das nicht so gut, also den Schwammpart. Das fährt eher die Zwiebeltaktik. Wenn man ein recht hohes Beet füllen will, kann man aber zuunterst durchaus erstmal Hartholz oder frisches Holz einfüllen. Und dann darauf das gammelige Weichholz.
- Auf/zwischen das Holz kommt die Erde/Grasbatzen die man ausgebuddelt hat. Da muss man auch mit der Hand ran, man will nicht zu viele "Luftblasen" lassen (muss aber auch nicht perfekt sein). Wenn man zusätzliche Erde braucht, muss man sich die organisieren. Ich halte echten Mutterboden tatsächlich als besten Partner für das Holz. Mit dem Holz/Erde Gemisch sollte man bis ca. 30 cm unter das finale Niveau des Hochbeetes kommen (in meinem Fall warens nur 15-20 cm, das Beet ist eher flach, macht aber nix).
- Als nächstes geb ich halbvergammeltes Hackgut drauf. Also 1-2 Jahre abgelegen. Bis ne knappe Handbreit unter den Beetrand. Das kann man billig Anhängerweise bei der nächsten Kompostieranlage kaufen. Wenn man rumfragt, kippt einem die Gemeinde oder ein Baumservice o.ä. auch nen Berg frische Hackschnitzel kostenlos (nur Trinkgeld) vor die Haustür. Damit kann man erstmal nur Wege bauen. Ums in Beet zu füllen muss man wenigstens 1 Jahr warten...
- Dadrauf dann Holzasche (alternativ Kalk) und Mist. Nicht zuviel. Pferdeäpfel oder aufgesammelte Kuhfladen kann man direkt verwenden. Alles andere muss wenigstens (!) 6 Monate abgelagert sein (!). Ausrufungszeichen bitte beachten. Wichtig. Manche Pflanzen sind da empfindlich. Kalk, das sind die hellen Haufen die man manchmal an Feldrändern liegen sieht. Wenn man den Bauern fragt, kann man sich da nen Eimer für nen Sixpack Bier einladen. Kalk dient dazu, den pH-Wert etwas anzuheben und damit die Pflanzenverfügbarkeit einiger wichtiger Nährstoffe zu verbessern (und um die "Säure" auszubalancieren, die der Mist bringt). Pro m² Beet braucht man vielleicht 2 Hände voll. Mist kriegt man meist umsonst von Pferdehaltenden. Der Mist dient als Nährstofflieferant für die im Beet später angebauten Pflanzen und die Holzzersetzung. Wir haben ja jede Menge Holz im Beet, dessen unterirdischer pilzlicher Zersetzungsprozess erstmal eine negative Stickstoffbilanz aufweist. Ne Mengenangabe kann ich hier anders als beim Carbokalk nicht liefern, das ist halt arg abhängig vom Nährstoffgehalt des Mistes, dem Rottezustand der Hackschnitzel und dem Nährstoffbedarf der anzubauenden Kulturen. An dieser Stelle kann auch gerne die Krümelkacke aus den Grillkohlesäcken des gesamten Freundeskreises und zerbröselte Eierschalen von ein paar Dutzend Eiern dazugegeben werden.
- Jetzt hat man nur noch ne Handbreit, die man mit Kompost auffüllen muss. Ich hab Kubikmeterweise Kompost, aber das hat nicht jeder. Besser keinen gesackten Kompost/"Planzerde" im LIDL oder OBI kaufen. Kompostieranlage anrufen. Oder lokalen Containerdienst. Die haben oder wissen. Der Kompost muss ohne größere "Stückchen" sein (ein paar stören nicht). Frisch riechen. Halbwegs leicht und fluffig sein. Auf jeden Fall fragen, was da alles drinnen ist. Vorzugsweise größtenteils Grünschnitt und Holz/Sägespäne. Braune Tonne ist schon "meh". Keinesfalls Zeug wie Klärschlamm (im englischen liebevoll "biosolids" bezeichnet). Da ist lauter Müll drin an dem man seine Pflanzen nicht nuckeln lassen will..
Und wie gesagt, keine Stücke, gut zersetzt. Anderenfalls muss hier, wenn starkzehrende Pflanzen angebaut werden sollen, direkt etwas Mist mit reingemischt werden.
Selbermachen, wenn man nen Platz und ne Schaufel hat: Im Sommer gehäckseltes Ästezeug (also mit Blätter drangewesen) liefern lassen. Anfeuchten, mit Plane abdecken, einmal im Monat umschaufeln und dabei ggf nachfeuchten. Das ist dann 1 Jahr später komplett durchkompostiert.
Ui, das ist mehr Text geworden als ich dachte. Aber mit dem Boden fängt es an, mit dem Boden hört es auf. Ich bin Bauer. So ein Beet ist Aufwand hinzubauen und es soll auf kleiner Fläche maximale Leistung bringen. Es wird also noch länger.
Es soll hier keine Lasagne hergestellt werden. Die einzelnen Lagen in den Kontaktzonen immer etwas vermischen, extrem wichtig für den Wasserhaushalt unserer Konstruktion. Unten braucht man nix mischen (geht auch nicht wenn wie bei mir nen Wühlmausschutz verbaut ist), da füllt man ja neben dem Holz den abgegrabenen Oberboden wieder rein. Passt.
Beim "Zusammenbau" genügend verdichten. Alle handbreit Füllhöhe einmal drüber. Sonst denkt man, das Ding ist randvoll und nach drei Monaten ists gewaltig eingesunken. Ich nehm dazu nen anderthalb Meter langes Kantholz zum Feststampfen. Obacht: Wenn man lehmigen/tonigen Boden hat und wie ich ein eher flaches Beet baut, auf dem zuunterst einzubauenden Oberboden keinesfalls draufherumklöppeln wenn dieser recht nass sein sollte, besser nichtmal drüberspazieren. In Kellern oder Nebengelassen hat man so vor 200 Jahren den Stampfboden gebaut. Dadrauf kannst du nen Kran abstellen. Da kommt auf Jahre kaum ne Wurzel durch.
Nach dem Verdichten ggf anfeuchten, dann "weiterbauen". Das soll schon alles genügend Feuchtigkeit beinhalten, aber nicht komplett absaufen.
Je früher man das Beet befüllt, desto besser. Ich bin hier schon spät dran, wenn in 5-6 Wochen bepflanzt werden soll. Das Bodenleben benötigt Zeit, sich einzuspielen. Und ggf muss ein wenig nachgefüllt werden, wenn sich das Beet nach dem Füllen recht arg setzen sollte.
Über die folgenden Jahre wird das Beet bedingt durch den Volumenverlust der sich zersetzenden organischen Anteile stetig absinken. Das macht aber nix. Hochbeete leiden generell stärker unter Nährstoffauswaschung. Da füllt man dann jeweils die entsprechende Menge neuen Kompost rein und arbeitet den leicht ein, fertig.