Ich bin in Hecktrieblern gross geworden, nur gabs kaum noch welche, als ich den Führerschein hatte, und sicher keine, die ich mir leisten konnte. Ich wollte dann aber schon immer mal wieder einen haben. Das ist einfach anders, als gezogen zu werden. - Mag man auch meinen, das sei ein vernachlässigbares Detail. Fahrsicherheitstraining: Ihr seid nicht die ersten, die mir dazu raten. Drifttraining werd ich keins machen. Man geht so mit einem Auto nicht um! Auch nicht, ums nur mal auszuprobieren! Das ist nicht anständig und Raubbau an der Technik. Macht man nicht.
Beinahe wärs mal ein Volvo 245 geworden. Hatte den schon gekauft, musste ihn dann aber wegen Jobverlust wieder abgeben, ehe ich ihn auch nur fahrtauglich herrichten, geschwiegen denn umbauen lassen konnte.
Ganz so unbeleckt, wie ihr vielleicht denkt, bin ich aber eh nicht: Ich hab schon mit meinem ersten Auto gern den Grenzbereich ausgetestet, und da schon gelernt, wie man gegenlenkt, auch wenns kein Hecktriebler war. Die Fahrschule im Winter blieb auch nicht ohne kurzen Driftkurs mit Fahrlehrer. Einmal konnte ich so den Abflug in den Wald im Winter vermeiden, und musste so nur von dem freien Feld geborgen werden, aus gut halbmetrigem Schnee... und einmal hab ich auf vereister Strasse bei beginnendem Schneefall eine Pirouette hingelegt, statt einen Abflug, ebenfalls in den Wald, zu machen. Beide Manöver hätt ich übrigens mit dem C1 nicht geschafft. Dessen Lenkung ging zu streng, um einhändig mehr als zweimal in Folge gezielt genug gegenlenken zu können, und dank ESP hätte man auch nie gewusst, wohin es den Wagen verreisst.
Fahrsicherheitstraining muss warten, bis dafür Geld übrig ist. Im Winter muss ich den Wagen nicht fahren, und bei Regen habe ich mir Zeit zu nehmen. Ist auch nicht zuviel verlangt, für ein Fahrzeug, das nur zum Spass bewegt wird. Und es ist auch nicht so, dass ich mir nun ins Hemd mache. Ich merk mir das als Gefahrenhinweis und richte mich künftig danach. Wird wohl nicht das letzte mal gewesen sein, dass ichs erlebe. Das kennen alle pony car Fahrer. Kann bei dem Auto auch auf trockener Strasse geradeaus passieren, wenn mans übertreibt; hab ich schon als Beifahrer erlebt (bisschen Spass muss sein). Und die alten (alles vor meinem Modell) sind noch schlimmer, weil Marke Schubkarre mit Starrachse und je nach dem auch Blattfedern hinten. - Hätte mich auch nicht abgehalten, aber der Vorbesitzer hatte extra wegen der Einzelradaufhängung das damals neuere Modell abgewartet, wegen besserer Wintereigenschaften. Der hat den Wagen schliesslich 6 Jahre lang mit Freude ganzjährig als Daily Driver genutzt. Hatte keinen Zweitwagen. Deshalb auch "nur" der sparsamere EcoBoost. Man leistet sich als Rollstuhlfahrer nun mal kaum je einen Zweitwagen, der Umbaukosten wegen...
Adel verpflichtet, sagt man. Wenn man schon so eine Ikone fahren darf, hat man sich nach bestem Wissen und Können vorbildlich zu verhalten; im Strassenverkehr wie sonst im Leben. Man hat also dafür zu sorgen, dass man fährt, wie man sollte, will heissen, mit viel Vorsicht und Rücksicht. Ich glaub nicht, dass ich da ganz dringend lernen muss, wie man driftet. Die Aufgabenstellung ist eher die, wie ein vorbildlicher Chauffeur zu fahren. So, als würde man gut dafür bezahlt und hätte Berufsstolz.
Das ist wie bei Weintrinkern: Wer Manieren hat, lässt sich nichts anmerken, auch wenn sturzbesoffen. Man hat die contenace zu wahren und nicht ausfällig zu werden! - Muss also nicht unbedingt austesten, wie viele Gläser man verträgt, bis man kotzen muss oder gar bis zum Filmriss.