Jüdische Stimme für Gerechtigkeit im Nahen Osten:
Eine Sendung des Monitor-Programms des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zeigt, dass selbst in der letzten Bastion Israels in Deutschland Risse sichtbar werden. Das Wort "Genozid" war bis jetzt ein Tabu in den deutschen Medien und war ausschließlich einem ganz besonderen und einzigartigen Völkermord vorbehalten. Deutschland leugnet im Großen und Ganzen seine koloniale Vergangenheit, es gibt keine Erinnerungskultur in Bezug auf den ersten Völkermord, den es in Tansania verübte, oder den zweiten in Namibia, und die Opfer existieren ebenfalls nicht. Und selbst beim Völkermord, den Deutschland im Rahmen des Zweiten Weltkriegs verübte, dem Holocaust, pflegt es eine selektive Erinnerungskultur. "Die Juden" wurden als nahezu einzige Opfer auserwählt (hin und wieder findet man Denkmäler für Sinti und Roma - und dasjenige in Berlin steht vor dem Abriss - oder Homosexuelle), und selbst diese Juden müssen "gute und dankbare Juden" sein (das heißt solche, die Deutschland vergeben haben und damit einverstanden sind, die einzigen Opfer zu sein und einen Freibrief auszustellen).
Aber auch in Deutschland wird langsam klar, dass der Mutterstaat der israelischen Kolonie die Geschäfte führt. Die USA haben sich um die Freilassung des Soldaten Idan Alexander gekümmert, und die Familien der Entführten sagen, dass sie kein Gespräch mit einem Vertreter der israelischen Regierung hatten, so wie es eines mit Witkoff aus den USA gab.
Das Leben in Israel ist ein Leben in einem neoliberalen Staat, in dem alles privatisiert wird, einschließlich der Verantwortung für das Leben der Staatsbewohner:innen. Die Familien der Entführten udn Gefangenen wandten sich von der ersten Minute an an die Öffentlichkeit, auch in anderen Ländern. In Deutschland wird Israel als "die einzige Demokratie im Nahen Osten" bezeichnet, aber für ihre eigenen Bewohner:innen ist der Staat nicht die richtige Adresse. Jetzt wurde auch bekannt, dass am Nachmittag des 7. Oktober 2023 israelische Soldaten der Familie Godo aus dem Kibbuz Kissufim versicherten, sie bald zu evakuieren. Die Soldaten gingen, und am nächsten Morgen klopfte es an die Tür des Schutzraums – danach wurde den Familienvater Tom erschossen. Erst vor zwei Wochen, anderthalb Jahre nach dem Mord, kam ein israelischer Offizier, der den Vorfall untersucht hatte, zu der Witwe und enthüllte: Diejenigen, die auf die Tür geschossen hatten, waren israelische Soldaten – obwohl sie im Schutzraum die Stimme eines Mädchens gehört hatten. Die Soldaten dachten, es handele sich um eine Geiselnahme und exekutierten Tom Godo im Tahmen der Hannibal Direktive. "Dass das erst jetzt erzählt wird, verdoppelt das Gefühl des Versagens und der Missachtung menschlichen Lebens." sagte seine Witwe.
Das können leider auch hundertausende Palästinenser:innen bestätigen.
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Der Sendung Monitor "Tod in Gaza: Ausgehungert und vertrieben" mit klaren Worten des israelischen Genozidforscher Omer Bartov und deutlicher Kritik an der Einladung von Friedrich Merz an Netanjahu: