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Die unendliche Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte: Das 20. Jahrhundert und, wie wir leider sehen, auch das 21. Jahrhundert sind von ständigen Kriegen, Vertreibung und Leid geprägt. Millionen von Menschen fliehen vor Konflikten, Frauen und Kinder suchen Schutz vor Gewalt. Um diesen Menschen zu helfen, wurde das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) ins Leben gerufen, das weltweit tätig ist.
Das UNHCR ist eine Organisation, die für Flüchtlinge auf dem gesamten Planeten zuständig ist, hatte zu Spitzenzeiten (Stand 2018) maximal 10.000 Mitarbeiter, damit betreute sie 14 Millionen Flüchtlinge. Über 50 Jahre hinweg hat das UNHCR rund 50 Millionen Menschen in 116 Ländern geholfen. Das sind Milliarden von Dollar, die von Geberländern bereitgestellt wurden. Es wurde offensichtlich viel Geld jedoch für eine sehr umfangreiche Aufgabe ausgegeben.
Doch wenn es um Israel und die Palästinenser geht, wird die Situation ganz anders geahndet. Am 5. Dezember 1949 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution 302 (VI), die ein separates Hilfswerk speziell für palästinensische Flüchtlinge schuf: die UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East).
UNRWA ist ein Hilfswerk, das ausschließlich für palästinensische Flüchtlinge zuständig ist und beschäftigt derzeit 30.000 Mitarbeiter! Zum Vergleich: Das UNHCR, das sich um alle anderen Flüchtlinge weltweit kümmert, hatte zu Spitzenzeiten mit 10.000 Mitarbeitern eine deutlich geringere Personalstärke.
Warum hat UNRWA so ein umfangreiches Aufgabenfeld? Um diese Frage zu beantworten, muss man nachschauen, wie die Flüchtlinge in der Organisation definiert werden. Wer ist also ein "palästinensischer Flüchtling" laut UNRWA?
Die Definition von "palästinensischem Flüchtling" durch die UNRWA ist der Kern des Problems und weicht erheblich von der allgemeinen in der übrigen Welt verbreiteten Flüchtlingsdefinition ab:
Zeitliche Definition: Als palästinensischer Flüchtling gilt jede Person, deren „normaler Wohnsitz“ Palästina zwischen dem 1. Juni 1946 und dem 15. Mai 1948 war und die infolge des Konflikts von 1948 Haus und Existenzgrundlage verloren hat. Das bedeutet, selbst wenn jemand weniger als zwei Jahre dort lebte, wird er als "Flüchtling" anerkannt.
Die Schlussfolgerung: Diese Definition steht im krassen Gegensatz zu gängigen Einbürgerungs- oder Aufenthaltsregelungen weltweit. Es deutet darauf hin, dass ein großer Teil der arabischen Bevölkerung im Mandatsgebiet Palästina Zugewanderte aus umliegenden arabischen Staaten waren. Die Menschen wurden angezogen in diese Gebiete zu ziehen, weil dort durch die jüdische Besiedlung Arbeitsplätze und wirtschaftliche Möglichkeiten entstanden sind. Es waren "Gastarbeiter", die oft nur kurz vor 1948 in das Gebiet Palästina gezogen sind.
Das absolut Einzigartige, Ungewöhnliche und Besorgniserregende ist, dass der Status „palästinensischer Flüchtling“ vererbbar ist! Er wird laut UNRWA auf Kinder, Enkel, Urenkel und alle zukünftigen Generationen der anerkannten Flüchtlinge unendlich weit übertragen – und das auf unbestimmte Zeit.
Man stelle sich vor: Ein Mensch zieht als Flüchtling in ein anderes Land, sein Kind wächst dort auf, heiratet, bekommt eigene Kinder, die Palästina nur aus den Erzählungen der Großeltern kennen – und trotzdem gelten diese Kinder für die UNRWA weiterhin als Flüchtlinge. Sie werden dort als solche registriert und betreut, und dafür wird Geld in die Organisation eingepumpt. Und die Kinder dieser Kinder werden dann auch dazugehören – und so weiter.
Die Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu allen anderen Flüchtlingsgruppen weltweit, deren Status erlischt, sobald sie einen neuen dauerhaften Wohnsitz finden oder die Kinder in einem anderen Land geboren werden, behalten palästinensische Nachkommen diesen Status auf ewig.
Dies hat dazu geführt, dass der ursprünglich rund 420.000 (nach israelischen Angaben) Menschen umfassende Kreis der Flüchtlinge exponentiell angewachsen ist.
Folgende Zahlen sind dementsprechend mehr oder weniger aktuell
Die Zahl der ursprünglichen Flüchtlinge schwindet jährlich, da diese aus altersgründen versterben. Israel ging 2010 von etwa 10.000 noch lebenden ursprünglichen Flüchtlingen, die nach der Definition von UNRWA zwischen dem 1. Juni 1946 und dem 15. Mai 1948 aus dem Gebiet geflohen sind. Israel hat damals eine Rückkehr von bis zu 100.000 Personen vorgeschlagen.
Jedoch wurden bei UNRWA im Jahr 2018 sage und schreibe über 5 Millionen – genauer gesagt: 5.261.930 – registrierte palästinensische Flüchtlinge gezählt.
Diese Zahlen sind das Ergebnis einer einzigartigen Definition und eines vererbbaren Status, die es so bei keiner anderen Flüchtlingsgruppe auf der Welt gibt. Es ist ein "sozialer Status", der von Generation zu Generation weitergegeben wird und die Zahl der "Flüchtlinge" in die Höhe treibt, weit über die ursprünglichen Vertriebenen von 1948 hinaus.