Den Beiträgen hier zum Thema Sirius-Zündung entnehme ich, dass diese sich mittlerweile überwiegend im Zustand „kaputt“ befinden. Umso ärgerlicher, dass keine Schaltpläne und Bestückungslisten zu finden sind. Trotzdem scheint diese Zündung weiter ihre Fans zu besitzen, die unbedingt an ihr festhalten wollen. Trotz ihrer Klotzigkeit allein schon wegen des schweren Trafos und ihrer mutmaßlichen Empfindlichkeit etwa gegen Kurzzschlüsse.
Da haben wir die beiden Lager: Kondesatorzündung mit ihrem inzwischen aufgegebenen scheinbar einzigen Vertreter für Enten Sirius und die üblichen klassischen Transistor-Spulenzündungen mit weiterhin etlichen problemlos verfügbaren Typen wie Maho, Gammatronix , „dem Bausatz von Conrad“ und anderen, deren vielleicht-Nachteile im Vergleich zur Sirius mir nicht entscheidend vorkommen. Sonst wären sie nicht so multimillionenfach erfolgreich gewesen im Gegensatz zum Nischenmodell.
Ich denke, dass die Nutzer der klassischen Transistorzündungen mit ihren Zündungen mehrheitlich sehr zufrieden sind und Nichts vermissen.
Dass diese den Abbrand der Kontakte reduzieren, ist ja schon mal was. Aber das ist nicht das einzige Plus gegenüber der originalen Zündung.
Der Strom und damit der Energieaufbau in der Primärspule läuft bei Transistorzündung nicht mehr über den U-kontakt, sondern über einen durchgeschalteten Transistor. Er ist vernachlässigbar geringer/langsamer als wenn er über den U-kontakt läuft.
Aber im Moment des Öffnens des U-kontakts ist ohne Transistorzündung der Abbrand da wegen der durch den Kondensator nur unzureichend unterdrückten induzierten Wechselspannung ( ca 150V Anfangsamplitude). Mit Transistor ist die entscheidende Stromänderung bei der U-Kontaktöffnung auf Null Ampere aber brutaler und damit auch die induzierte sekundäre Hochspannung, was einen stärkeren Zündfunken bedeutet als ohne. Und völlig ohne den unerwünschten Wechselstrom gepaart mit Funkenbildung am Unterbrecher.
Natürlich wäre es schön, wenn alle updates der Originalzündung eine Abschaltung des Primärstroms der Zündspule hätten, wenn man vergisst, den Zündschlüssel auf „aus“ zu stellen. Haben sie aber nicht alle, leider.
Bei meiner 6V Wellblechente arbeitet eine Gammatronix seit etlichen Jahren unauffällig und problemlos- mit hochzufriedenem Besitzer- mit gebrauchten Zündspulen, die etwa so alt sind wie die Ente selbst, also fast 70 Jahre inzwischen. Wahlweise Ducellier Gummispule original oder bobine améliorée, Marchal bobine à bain d‘huile oder Alfa T2 und T3 - alle Typen ausprobiert. Auch weitere teure Aufrüstung zu 123ignition mit weiterer Entfernung vom Original ist nicht für nötig erachtet.
Ich sehe einfach nicht, dass zusammenfassend gesehen die Sirius einer Transistorzündung überlegen sein soll. Und von daher lohnt sich deren Reparaturversuch eher nicht bei der dünnen Datenlage ohne Schaltplan und Stückliste?
Uli
PS: Wie kriege ich hier im Forum ein Foto von meiner Festplatte in einen Beitrag rein? Ohne Umweg über eine www-Adresse?