Menschen verschliessen die Augen vor dem, was sie angerichtet haben und möchte einfach dafür keine Verantwortung tragen. Sie möchten aber auch nichts ändern; weil es fast jedem Menschen Angst macht, grundsätzlich Bekanntes zu verlassen und neue Wege zu gehen. Kann ich sogar verstehen. Nur, die Welt (wir!) hat enorme Probleme geschaffen und die müssen wir lösen. Und das heißt Veränderung.
Ich möchte aber sehr deutlich aufzeigenn, dass das absolut keine Zwangsläufigkeit zum Verfall in Nationalismus und Rassismus/Antisemitismus bedeutet. Wenn es einem schlechter geht, kann man durchaus auch solidarisch sein und muss sich nicht Rattenfängern vorauseilend in die Arme werfen. Und wenn man "nur" glaubt, dass es einem schlecht geht, darf man durchaus auch mal fragen, ob es so ist und wenn ja, ob es nicht unabhängig davon richtig ist, Menschen zu helfen, denen es wirklich schlecht geht. Für Rassismus und Antisemitismus gibt es absolut keine Rechtfertigung und Entschuldigung.
Der Hang nach unten zu treten und nach oben zu lecken, mag weit verbreitet sein - er ist trotzdem wiederlich und absolut nicht zwingend. Daher schreibe ich, das es eine Fragen des Charakters ist. Oder eine der Kultur. Und das, bis zu einem extremen Punkt der Verelendung, jeder die Freiheit hat, menschlich und solidarisch zu sein.
Das auch hier zunehmend Verständniss für Unmenschlichkeit und die Rechtfertigung von Tod und Elend vorgebracht wird, hat absolut keine nachvollziehbare Grundlage - mit etwas Empathie und einem Hauch Inteligenz muss jedem klar sein, dass diese Argumentationen immer falsch sind. Ich bin zunehmend entsetzt, mit welcher Selbstsicherheit das Leben tausender Menschen weggewischt und rassistische und nationalistische Begründungen vorgebracht werden.