Zu den Fragestellungen von Frank am Beginn des Threads ist bisher noch wenig gekommen. Es scheint wenig Schraubererfahrung dazu zu geben. Mir wäre wichtig zu wissen, was denn die am ehesten von Verschleiß betroffenen Ersatzteile sind. Gibt es dazu Erfahrungen?
Ich kann leider auch nicht viel beitragen, nur soviel: in einem meiner XM habe ich das 4HP20 verbaut. Ich habe diesen Wagen vor ca. 50 Tsd. Kilometern übernommen. Damals hatte das Getriebe, das mit einer Laufleistung von ca. 130 Tsd. Kilometern zu ZF zur Reparatur eingeschickt worden war, danach ca. 50 Tsd. Kilometer gelaufen. Irgendwann hatte ich das Klackern in Rechtskurven und habe auf der Suche zur Ursache das Getriebe ausgebaut um das Differential zu prüfen.
Fazit: was ich von der wenigen Schraubererfahrung mit dem 4HP20 berichten kann ist, dass dieses Getriebe für den geneigten Laien handhabbar ist. Das Problem ist die Ersatzteilversorgung.
Wenn man sich an die Explosionszeichnungen des Ersatzteilkatalogs von ZF hält kann man nichts übersehen, außer man ist, wie es vorkommen kann, kopflos. Ein Filterwechsel, das Zerlegen der Lamellen und des Großteils der Mechanik um Beläge zu entfernen, die bei mir kaum vorhanden waren, ist vollkommen unproblematisch. Selbst die Dichtung für die beiden Gehäusehälften ist schnell selbst gemacht und noch immer dicht. Dieses Getriebe darüber hinaus zu zerlegen und zu prüfen schreckt mich nicht.
Der Befund zu einem schadhaften Getriebe, das ich vor langer Zeit bei einem alten Meister überholen ließ, war: ‚Nur weil das Öl so gut war, hat das Getriebe überhaupt so lange gehalten’. Wer nicht die Möglichkeit hat mal eben den Motor herauszuheben um an das Getriebe und den Filter zu kommen oder die Lamellen zu reinigen kann einfach das Öl mit geringem Aufwand wechseln. Auch wenn ein beträchtlicher Rest im System verbleibt, bei regelmäßigem Wechsel bleibt es weitgehend frisch. Der Anteil des Altöls hängt vom Wechselinterwall ab.
Ich stelle mir folgende Frage: Warum hat ZF bei einer lebenslangen Getriebeölfüllung eine Lebensdauer von ca. 180 Tsd. Kilometern angegeben? Ist es dem Verschleiß des Öls geschuldet, dessen Molekülketten durch die Scherkräfte des Getriebes aufgezehrt werden und nach 180 Tsd. Kilometern einfach gar nicht mehr schmieren? Oder sind es andere Verschleißteile? Ich vermute es ist das Öl. Rückmeldungen zu Schadensbildern könnten diese Vermutung stärken oder schwächen und einen Hinweis geben, auf welche Ersatzteile wir uns konzentrieren sollten.
Besten Gruß
Michael