Hallo geschätzte Leser:innen,
hier erzähle ich die Geschichte meines CX Break.
Der Anfang
Im Herbst 1999 finde ich ihn abgemeldet auf dem Platz der Werkstatt Bohmeyer in Ronnenberg (von dort stammt auch mein Prestige).
Ein 1984er Serie 1 CX Break mit EZ 1985 in Vert Cali Métallisé. Ein 20er mit Douvrin-Motor.
Einen Break wollte ich schon immer. Serie 1 - genial! Die Farbe? Phantastisch!!!
"Was ist mit dem?", frage ich.
"Stillgelegt wegen umfangreicher Mängel. Kannst ihn Dir ja mal anschauen", erwidert Gaba, die Chefin.
Insgesamt präsentiert sich der CX recht stimmig. Aufgrund offensichtlicher Farbunterschiede an den Karosserieteilen partiell bereits nachlackiert, wirkt er gebraucht, aber nicht verbraucht. Die Motorhaube ist dellig, ihr Klarlack abgeblättert. Der Innenraum präsentiert sich etwas verschmutzt (nicht untypisch für einen Break), aber weitgehend unbeschädigt und intakt. Die Sitze ziert Jersey Diagonal-Struktur Beige. Ein Stoff, der nicht eben für seine Haltbarkeit berühmt ist. Die Vordersitze zeigen beginnende Auflösungserscheinungen.
Der Kostenvoranschlag umfasst eine Kalkulation von über 1500,- DM. So ist die Bremse abgefahren und fest, die Federung an der Hinterachse ist hart und lässt trotz relativ neuer Federkugeln klemmende Schwingenlager vermuten, die Leitung vom Druckregler zum Bremsdruckspeicher ist stark angerostet, und der CX zeigt eine umfangreiche Durchrostung am hinteren linken Einstieg.
Für 500,- DM könne ich ihn haben. Ich fackele nicht lange, überschlage den Zeit- und Kostenaufwand bei selbst durchgeführter Reparatur und kaufe den Laderaum-Meister, der offensichtlich schon bessere Tage gesehen hat.
Nach Wechsel der defekten Leitung starte ich den Motor. Das Alu-Aggregat zündet willig und läuft nach kurzer, Choke-bedienter Kaltlaufphase rund und ohne Klappern. Der CX hebt sich zügig. In der Tat klemmt die Bremse, und das Heck federt indifferent stramm. Klingt nach zutreffender Diagnose durch die Werkstatt. Aber wieso lassen sich die Bremskolben partout nicht zurückdrücken? Warum klemmt das Ganze?
Eine Erleuchtung lässt mich in den Fußraum zum Bremspedal kriechen - es lässt sich mit etwas Kraft zurückziehen - et voilà: Plötzlich ist der CX frei, und die hintere Federung federt leicht ein und aus, ohne zu klemmen. Rostlöser und mehrfaches Hin- und Her schließlich machen das Bremspedal leichtgängig und beheben somit einen Großteil der diagnostizierten Defekte.
Trotzdem schaue ich mir die Bremsen genauer an, entdecke einen vermurksten Kolben am vorderen rechten Sattel, der auf rohe Gewaltanwendung schließen lässt. Der Kolben wird gegen ein passendes Gebrauchtteil ersetzt, wie auch die Bremsbeläge.
Eine erste Probefahrt mit roter Nummer stimmt mich zuversichtlich: Der sollte die Strecke von Hannover nach Pforzheim schaffen. Also hole ich mir Kurzzeitkennzeichen bei der Zulassungsstelle.
Nachdem ich bereits 400 km zurückgelegt habe, glimmt plötzlich die Ladekontrollleuchte. "Oh, Keilriemen gerissen - Kein Problem, die nächste Tanke ist nicht weit." Dass die Wasserpumpe beim Douvrin-Motor vom selben Riemen angetrieben wird wie die Lichtmaschine, realisiere ich erst, als die Ventile beginnen, zu klingeln. Diese Panne ist Anlass für meinen Eintritt im ADAC. Der CX wird aufgeladen und nach Büchenbronn bei Pforzheim gebracht. Dort erhält der CX einen neuen Keilriemen. Massiver Ölverlust am Simmering der Nockenwelle offenbart eine Pfusch-Reparatur mit Silikonmasse. Nach Einsetzen eines neuen Rings ist der Motor wieder dicht.
Wenn der CX schon in der Werkstatt ist, schweiße ich gleich die Durchrostung am Einstieg. Der Schaden zieht sich entlang der C-Säule bis hoch zur Schlossfalle, schließt die Endspritze des Seitenschwellers und die Wagenheberaufnahme mit ein.
Schließlich erhält der CX TÜV und kann zugelassen werden. Hier das früheste, leider unscharfe Foto des Break vom Winter 1999 / 2000. Wie man sieht, habe ich ihm die Stern-Radkappen früher Pallas und Prestige verpasst, die temporär auch meinen Prestige zierten: