Das korrigiere ich nur ungern, aber hier muss man klarstellen, dass die Angst vor Fremdem (Menschen, Tiere, Sitten, ....) ein psychologisches Faktum ist, mit dem man relativ leicht umgehen kann. Damit habe ich in meiner Zeit in China auch reichlich Erfahrung gemacht.
Wovon wir aber hier (Merz) sprechen, sind klare und historisch institutionalisierte rassistische Chiffren. Diese machen sich natürlich die Angst vor Fremdem zunutze, jeder Rassist macht das, aber es ist letztendlich etwas viel komplexeres, weil eine Ideologie und eugenische Konzepte etc. dahinter stehen. Derjenige, der sie äußert, macht das aus Überzeugung, rational und mit klaren Zielen. Menschen durch ihr Erscheinungsbild zu markieren, als "Störung" zu benennen, ist zutiefst rassistisch. Deutlicher kann Rassismus kaum geäußert werden.
Was mich vor allem stört ist, dass niemand den Deutschen erklärt, dass Migration hier eine riesige Erfolgsgeschichte ist, ohne die es dieses Land heute so nicht gäbe. Was Migranten hier geleistet haben, wird kaum gewürdigt und ist vor allem in Ostdeutschland nie angekommen. Die großen Flughäfen, Ford, Volkswagen, Mercedes (Werke und Fahrzeuge), die U-Bahnen in den Großstädten, die Produktion von Kohle und Stahl usw. Die Aufzählung lässt sich nahezu endlos fortsetzen. Bis die riesigen Gewinne durch diese Migration mal aufgebraucht sind, dauert es noch Jahrzehnte. Dann könnte diese Rechnung mal ins Minus rutschen.
Eigentlich harmlose Tageszeitungen hier, wie die z.B. NRZ, bringen in Düsseldorf und Duisburg große Beiträge zu den Äußerungen des Herrn Merz und lassen über ganze Seiten die Menschen selbst zu Wort kommen. Da wird überdeutlich, welchen enormen Schaden der Kanzler angerichtet hat. Das ist die gesellschaftliche Realität.
Herr Merz, der seinerzeit die Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand abgelehnt hat, sollte einfach den Mund halten, anstatt plötzlich Mütter und Töchter schützen zu wollen.