Hier und heute startet eine neue Serie. Für alle, die daran interessiert sind zu sehen was es bedeutet einen recht brauchbaren XM wieder in ein verwendbares Fahrzeug zu verwandeln, werde ich euch hier gerne mit einem mir für eine Instandsetzung freundlicherweise zur Verfügung gestellten Beispielexemplars auf die Reise mitnehmen wollen. "Recht brauchbares Fahrzeug" heißt leicht angerostet und mit diversen angesammelten Zipperlein. Den Arbeitsaufwand kann man da mit ungefähr 300 Stunden veranschlagen als Selberschrauber mit Erfahrung. Wie immer, mit Potential nach unten aber auch nach oben. Ausnahmefahrzeuge, die mit einem zweistelligen Stundenaufwand auskommen, habe ich auch schon gesehen. Die sind aber sehr, sehr selten. Quasi fast nicht zu finden. Wie man auf dem Bild sehen kann, handelt es sich um einen Y4 2.5TD, Modelljahr '95. Zur Beachtung: meine Expertise konzentriert sich auf den Xm Y4, mit Spezialisierung auf die Motorisierungen DK5ATE (2.5TD), XUD11BTE (2.1TD EPIC) und ES9J4 (Riemen V6). Die meisten Dinge, die ich im Verlauf dieses Fadens besprechen werde, werden mehr oder weniger auf den Y3 und/oder andere Motorisierungen übertragbar sein. Aber wie es immer so ist - eben nicht alles. Der Y3 hat eben auch so seine Eigenheiten, da kann man sich ganz schnell ordentlich verzetteln. Zuallererst muss die Frage geklärt werden, ob das Fahrzeug vom Zustand her eher für den Schraubenschlüssel oder die Säbelsäge in Betracht kommt. Lack und Innenraum - das muss sich jeder selber angucken und entscheiden ob Lacker oder Sattler ranmüssen. Problematischer ist eher der Rost. Der muss gesucht, gefunden und nach Möglichkeit beseitigt und konserviert werden. Wenn der Karren mehr als drei Rostlöcher hat -> Säbelsäge. Insbesondere sind rostige Karosseriebleche als problematisch einzustufen, denn es gibt ziemlich genau exakt fast garkeine Ersatzbleche zu kaufen. Reparaturen werden also noch aufwändiger, als sie ohnehin sind. Auch Hilfsrahmen und Hinterachsköper mit denen man noch irgendwie was anfangen kann sind sehr rar. schwinges Geheimtipp: Für eine erste schnelle Einschätzung Motorhaube und Heckklappe öffnen und nach Rost gucken. Hier sind beide Teile relativ rostfrei, dann kann man sich auch trauen drunterzugucken, ohne vorher einen Schnaps hinterzukippen. Wagen auf die Bühne nehmen und auf die Suche gehen. Räder können ab, müssen aber nicht. Hinter sonem Rad gibts nicht viel aufregendes zu sehen. Der XM ist zu 95% der Fläche am Unterboden mit Unterbodenschutz überkleistert. Kleinere (und teils auch größere) Probleme sind darunter schwer zu finden. Darum kümmern wir uns aber zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt werden erstmal grobe Rostprobleme sowie die meist üblichen Verdengelungen gesucht. Wenn ihr beim Drunterrumherlaufen auf schwarzes Bitumen-UBS guckt, dann wünsche ich viel Spaß und Erfolg. Meistens knackig. Und die Wiederherstellungskosten sind auch gleichmal um ca 1000 Mark geklettert um den Unsinn wieder runterstrahlen zu lassen. Zuerst gehts in die Radkästen vorn. Hier hats eine Stelle am Ablauf Wasserkasten die zum Reparieren ist. Was die Aufnahme der Domlager selbst angeht, das sieht man eher von oben. Wie das geht, hatte ich im Detail bereits woanders beschrieben. Wenn man da schon was von außen sieht, will man das nicht reparieren. Schwellerspitzen und Wagenheberaufnahmen vorn rechts.Hier gibts ne Kleinigkeit zum Reparieren. Schwellerspitze und der Hohlraum unten im Radkasten (mittleres Bild). Interessanterweise ist die rechte Seite da häufiger rostig als links. Andere Seite. Wagenheberaufnahme verbogen. Dafür kein Rost (von außen erkennbar). Der Wagen wurde offensichtlich nach dem Malheur nicht mehr lange gefahren. Ist ja auch was. Längsträger beidseitig eingedrückt. Hier mit ner Hebebühne. Ich hab da ne minimalinvasive Zurückdengelmethode ausgeklügelt, die ist aber noch ungetestet. Würde mich aber auch dafür interessieren, wie ihr das machen würdet. Schweller vor Wagenheberaufnahme hinten links gründlich verdengelt. Hier deuten Indizien auch auf eine innen leicht braune Schwellerspitze. Knotenbleche, das übliche. Zweimal neu. Die Längsträger sind an den Stellen wo die "Abschleppbleche" angebracht sind auch schon einigermaßen knusprig. Auch üblich. Und da hier keine AHK installiert ist auch eher uninteressant. Solange noch zwei oder drei Schweißpunkte halten, fallen die nicht unterwegs auf die Straße. Zu guter Letzt: Einmal Doppelblech am Hilfsrahmen. Das darf natürlich nicht fehlen. Eine intensivere Betrachtung erfolgt dann, wenn Stoßstangen, Kotflügel, Antriebsaggregat, Hinterachse und Kraftstoffbehälter ausgebaut sind. Dann wird jedes Fitzelchen mit gelbem Wachsmalstift angezeichnet, es wird endoskopiert und Unterbodenschutz an verdächtigen Stellen abgekratzt.