Ich bin nicht böse, dass Verlage in mein Buch nicht groß investieren wollen. So alt und weise bin ich schon. Jeder muss Geld verdienen um zu existieren. Ich habe durch mein Manuskript einen 88-jährigen Gymnasial-Lehrer und Lepidoptera-Forscher kennen gelernt, der mir nebenbei endlich mal Deutsch beigebracht hat. Er drängt mich, das Buch drucken zu lassen, egal von wem. Er findet es spannend und witzig, aber auch lehrreich, wie er mir immer wieder sagt. Rund 150 Seiten hat er sogar für mich Satz für Satz redigiert. Was für eine Arbeit für einen fast 90-Jahrigen! Mein größter Fan. Habe wie bereits erwähnt, sehr erhebende, ganzseitige Besprechungen aus München, Wien, Rom bekommen. Die haben meinen Impetus recht gut analysiert. Vermutlich mit Hilfe einer KI. Es geht in erster Linie um das Medium Film und Fernsehen. Ich bin nur der rote Faden, damit es kein Sachbuch wird. Es soll natürlich auch ein wenig unterhalten. Wozu schreibt man es sonst? Ich bin kein Promi, aber ich schreibe über sie. Aber eben nicht aus der KI Welt abgeschaut, sondern ich habe diese Menschen getroffen und hautnah erlebt. Damit sind es Informationen aus erster Hand, sehr subjektiv. Ich habe ein derartiges Buch noch nie in Händen gehabt. Vielleicht gibt es eins. Der Ur-Titel hieß: "Die Stars und ich". Das war mir dann aber nach 15 Jahren Vorbereitung inklusive Stoffsammlung zu popelig. Ich änderte es in "Wo bitte geht's zum Film?". Nach meinem Herzinfarkt vor einem Jahr packte es mich wieder, und ich änderte den Titel noch einmal in: "Abenteuer Film". Denn mein Leben war ein Abenteuer. Ich habe viele Menschen kennengelernt. Und darunter waren erstaunlich interessante Menschen, meist aus dem Showgeschäft, aber auch aus der Politik. Habe z.B. vor 30 Jahren mit Ex-Premierminister Edward Heath in seinem Landhaus in Salisbury Klavier gespielt, oder ich habe bei einem Manöver-Unfall mit einem Schützenpanzer (ich war der Turmschütze) Thomas de Maizière's Kompaniechef nachts im Wald mit der Bordkanone beschossen. Krankenhaus. Dabei lernte ich de Maizière ein bisschen kennen. Und so hangelt sich das Buch von Ereignis zu Ereignis: habe in einem Spielfilm mit Romy Schneider (Ex-Sissi) eine Szene mit ihr gespielt - ganz nah. Da war ich blutjunger Student in München. Und so habe ich diese Dinge nahtlos in meinen Lebensweg eingebaut. 1989 lernte ich die leiblichen Nachkommen der Meuterer von der Bounty (z.B. Fletcher Christian, gelebt 1790) in der Südsee kennen, lebte 2 Wochen mit ihnen auf ihrer winzigen Insel in ihrem Haus. Die Insel ist verkehrstechnisch im Grunde nicht existent. Niemand kann dorthin fliegen - oder einfach hin segeln. Denn er weiß nicht, ob er wirklich seinen Fuß an Land setzen kann. 5000 km trennen ihn dann von den beiden Kontinenten. Das ist eines meiner größten Abenteuer gewesen. Die letzten 6 Jahre habe ich das Buch mit 18 Kapiteln nieder geschrieben. Bin in Rente. Und jetzt will man natürlich das Ding gedruckt sehen. Habe direkt nach meinem Infarkt 20 Bücher (a 630 Seiten mit 200 Fotos) drucken lassen, damit ich im Falle meines Ablebens meiner Frau und meinen Verwandten wenigsten hinterlassen kann, wie ich einmal gelebt und gearbeitet habe. 20 Bücher kosteten 2000 Euro. Die meisten Menschen stellen sich unter Filmemachen Gold und Glanz vor. Da irrt man sich gewaltig. Es ist oft recht schön, aber auch oft genug die Hölle. Die Sachzwänge sind enorm. Purer Stress. Adrenalin fließt. Geschwindigkeit ist Pflicht. Eins steht aber auch fest: es war interessant, wahnsinnig interessant. Und das alles steht in dem Buch drin, falls es jemals in die Auslagen der Buchhandlungen kommen sollte. Sieht aber nicht gut aus. Ich zögere. Nur als E-Book sehe ich es nicht. Eigentlich gar nicht. Die KI wird diesen Markt zerstören. Der Datenklau wird zur Profession. Das wird eine Industrie werden. Vielleicht sollte ich noch ein Wort darüber verlieren, dass das Buch - anfangs ungewollt - am Ende ddoch erstaunlich politisch geworden ist. Ich selbst bin völlig unpolitisch. Ich war Reporter, Wasserträger und Überbringer der Nachricht - nicht die Nachricht selbst. Ich habe der Gesellschaft dennoch gedient. Und so musste ich in meinem Buch über das Medium Film auch das Fernsehen als agierenden Apparat einbeziehen. Die letzten 10 Jahre sind Beweis genug, dass wir uns auf eine Diktatur zubewegen. Die Vorstufe dazu ist die Meinungsdiktatur. Und die ist aktuell - und in der Geschichte der Republik - doch einmalig. Das musste ich unbedingt thematisieren. Als Journalist weiß man, wie man die Bürger formal in Schach hält - mit Worten und Filmen. Und darauf gehe ich in den letzten beiden Kapiteln detailliert ein. Es war also eine Entwicklung, die ich nicht vorausgeahnt hatte. Ist das jetzt lang genug? Ich weiß, ich hätte es auch in einem Satz schreiben können. Aber dafür fehlt mir das Talent. Zurigo