Fremdgehen wollte ich deswegen nicht so gern. Ich hab mal ein bisschen da rumgelesen, gefunden aber auch nix. Also Bastelanleitungen schon. Aber keine Dokumentation vom Hersteller. Da bastel ich dann lieber selber, als "Internetexperten" zu vertrauen. Pumpen hab ich genug zum kaputtreparieren. Zerschrauben fortgesetzt. Heckstoßstange, Ausbau. Weiter vorne hatte ich festgestellt, dass diese Heckstoßstange ein Ersatzteil ist. Und dass ich, wenn vorherige Schraubereien offensichtlich sind, immer ganz genau hingucke. Um die Stoßstange abzubauen müssen die Rücklichter ausgebaut werden. Darunter befindet pro Seite je eine Befestigungsschraube. Beim Öffnen der Heckklappe fiel sofort auf, dass drei der Kunststoffabdeckungen der Schrauben für die Gepäcksicherungsösen weg waren. Eine fand ich später unter dem Teppich wieder, leider zerbröselt. Auf einer Seite fehlte eine Metallklammer der Seitenverkleidung (Bild zeigt die andere Seite). Die Seitenverkleidung muss zum Ausbau der Rücklichter natürlich nicht entfernt werden. Macht es aber einfacher, und raus muss sie hier sowieso. Unter dem Teppich kamen dazu je Seite zwei dieser Unterlegscheiben zum Vorschein. Der XM-Schraubende weiß sofort, wo diese hingehören. Und siehe da, unter den Muttern nix. Zudem wurde je Seite eine der originalen Muttern durch eine Standardmutter ersetzt. Deswegen mag ich keine Werkstätten. Die hören es klimpern und rasseln. Interessiert sie nicht. Auseinander, irgendwie wieder zusammen, fertig... Linke Seite, Einstellschraube Rücklicht, Kunststoffpinöppel auf dem Kugelkopf fehlt. Nach Demontage der Heckstoßstange kann man einen Blick auf die Aufpralldämpfer werfen. Wenns da mal gerumpelt hat, dann sieht man das. Hier sind die zwei Kunststoffstege der linken Ecke leicht zerknittert (gelb markiert). Im Streiflicht erkennt man gut, dass das äußere Ende des Abschlußbleches leicht verbogen wurde. Risse im Lack (Überstreckung). Nahtabdichtung an der Lasche aufgeplatzt. Das Rücklicht sitzt nicht richtig in der Heckklappe (vermutlich Heckklappe verbogen. Hier unter dem Strich also nix wildes. Das Heck vom XM ist ungefähr so stabil wie Knetmasse. Da hast du schnell nen 5mm kürzeren Kofferraum. Schlecht schließende Heckklappe, rausgebogener Radlauf, schlecht schließende Hecktür (zu enges Spaltmaß). Hilfsrahmen. Nach einer groben Reinigung mit Druckluft kann dieser abgerüstet werden. Die Leitungen die dabei getrennt oder ausgebaut werden beschrifte ich erstmal mit woher-wohin. Wenn das Ganze zu einem späteren Zeitpunkt in alle seine Einzelteile separiert wird, bekommt jede Leitung ihre Teilenummer nach Katalog. Mit der Teilenummer ist später eine eindeutige Zuordnung möglich. Egal, ob die Leitung wiederverwendet wird, ob sie ins Musterleitungs-Regal wandert (Biegemuster für Nachfertigungen) oder was auch immer. Nachdem der Rahmen abgerüstet wurde, wird der üble Dreck runtergeputzt. V-Power Benzin + Pinsel, mit Druckluft abgeblasen. Danach ist die Inspektion des Rahmens dran. Positiv: eine testweise Installation der Querlenker und deren Vermessung hat ergeben, dass da alles gerade ist (mir war ja der getauschte Kotflügel nicht so geheuer). Jeder Hilfsrahmen muss auf weitere Schäden (Verdengelei und Rost) untersucht werden. Die Fronttraverse hat eigentlich immer Oberflächenrost, durch das darübersitzende Kühlerpaket sammelt sich dort eben Dreck drauf. Interessanter sind da schon eher die Doppelbleche, hier habens beide hinter sich. Verdengelt wird gern der hintere Bereich durch unsachgemäßes Anheben. Hier hats eine Delle, sieht aus wie von einem kleinen Wagenheber, am Rand hats gleich die Bleche auseinandergebogen. Beide Doppelbleche Korrosion. Dazu jede Menge Kleinigkeiten wie fehlende/durchgedrehte Käfigmuttern, neue Löcher für kreative Befestigung des Unterfahrschutzes, kleinere Dengeleien. Alleine für eine sachgemäße Instandsetzung der Doppelbleche muss der Hilfsrahmen ausgebaut werden. Soviel wie da gebohrt, geschnitzt, gebrutzelt usw werden muss, will man das eher weniger kopfüber machen. Sofern man bei Basteleien an einem tragenden und für die Crashsicherheit essentiellen Bauteil überhaupt von "sachgemäßer Instandsetzung" sprechen kann. Ein paar "reparierte" Doppelbleche hab ich schon gesehen. Die waren alle zum Weglaufen. Nur für den TÜV eben. Ich hoffe, diesen Reparateuren sind genügend Schweißperlen in Ärmel oder ins Genick gefallen. Also, Bleche wegbohren. Dann mit dem Nadelentroster im 90 Grad Winkel auf dem darunterliegenden Blech fleißig draufherumnadeln. Überall wos dünn ist, wird sich das Blech eindrücken. Dann weiß man gleich, wieviel man davon wegsäbeln muss. Linke Seite. Die "Schlimmere". Ordentlich fetter Rostplacken drunter. Aber konzentriert auf den vorderen Bereich. Rechte Seite. Die "Bessere". Quasi über die gesamte Fläche dünngerostet. Man mag es glauben oder nicht - ein Doppelblech habe ich noch nie instandsetzen müssen. Mangels Plan wie es hier nun mit der Reparatur weitergehen kann, Rahmen mit Anhängerchen zur Identifizierung versehen und weggestellt. Mein Experimentierrahmen ist in der Sondierungsphase stehengeblieben, also rausgekramt das Ding. Auf der einen Seite hatte ich bereits angezeichnet wo Bleche drunter sind, wo man beim Trennen also nicht zu tief schneiden darf. Ich war bei der Frage stehengebleiben, wo denn nun am sinnvollsten geschnitten werden soll. Wie man sieht, hab ich mirs mindestens dreimal anders überlegt. Die finale Version wird nach vorn möglicherweise nen fingerbreit kürzer sein, das scheint mir sinnvoller nachdem ich nach dem Raussäbeln nochmal drüber nachgedacht hab. Ziel war hier, ein Reparaturblech zu bekommen welches alle denkbaren Reparaturfälle abdeckt. Wenn man weniger braucht, verwendet man halt nur nen Teil davon. Da ich das Blechel zum Abscannen möglichst heile rausbekommen musste, musste der Rahmen ein wenig leiden. Und mein Daumen ebenso. Der hat ein paarmal den Hammer abbekommen, als ich mich mit dem Trennmeißel durch mehrere Zentimeter halb aufgetrennte bzw weggeschliffene Schweißnaht quälen musste. Wie dann repariert wird zeige ich, wenn repariert wird. Bis dahin gibts noch jede Menge Details zu klären. Unter anderem Schablonen für die korrekte Lokalisierung der Bleche (Löcher) sowie für den "Knick" der Raum für den Querlenker beim vollständigen Ausfedern der Radaufhängung schafft.