Lieber @magoo , ich Danke Dir für die Erwiderung auf meinem Beitrag. Wobei Erwiderung ja nicht wirklich passt. Du kennst mich ausreichend gut und so wird es Dich nicht überraschen, dass ich Deinem Beitrag nicht Widersprechen kann. Mir auch nicht. Und es wäre auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Wo wären unsere Gründe, uns gegen ihre Unmenschlichkeit zu stellen? Wo würde noch ein Unterschied bestehen und wo eine Perspektive? Ohne dieses sich Fragen, ohne dieses Unwohl sein, wäre es Sinnlos: wir wären nur die Kopie von ihnen. Man sieht es z.B. auch am Mossad: gegründet mit dem Schwur, dass es nie wieder eine Vernichtung von Juden ohne Gegenwehr geben darf, haben sie leider dieses "Unwohl sein" zum größten Teil verloren und sind von banalen Mördern nur sehr schwer zu unterscheiden. Das ist zwingend; es gibt keine ideologische Rechtfertigung für das Töten, verletzen oder unterdrücken von anderen Menschen. "Keine Angst" beschreibt in seinen ersten Zeilen exakt das: "Es gibt jetzt zwei Option'n, beide machen Stress / Eine ab morgen schon, die andere ab jetzt / Wir könn'n darauf warten, dass sie in den Parlamenten / Und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen/Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer / Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später Es ist keine freiwillige Entscheidung, es ist ein erzwungenes so oder so. Das ist unser Problem - wir werden eine Entscheidung treffen müssen, die uns nicht passt oder abwarten und dann ebenso Dinge erleben, die wir nicht wollen. Ja, weil wir immer erst einmal den Beweis haben wollen, dass es wirklich notwendig ist, so zu handeln, wie wir es doch überhaupt nicht wollen. Wir können im Grunde nicht verstehen, dass sie uns ohne Zucken mit dem Baseballschlägel den Kopf einschlagen oder wie ich erleben musste, mit dem Auto ohne zu zögern einen überfahren. Und dieses Zögern ist auch gut so - aber auch unsere größte Schwäche. Ein nicht zu lösendes Problem. Daher ist es so wichtig, dass wir so früh wie möglich, so viel wie möglich machen. Und dazu gehört eben auch, sich damit zu beschäftigen, was sie machen und wo sie es tun. Und ja, dass ist überhaupt nicht unsere Aufgabe und überschreitet eindeutig Grenzen. Doch was tun? Wieder abwarten? Wieder zögern und dann zusehen und hoffen, dass es einen nicht selbst erwischt? Es wäre so einfach, wen dieser Staat einfach nur konsequent das gemacht hätte, was seine Aufgabe ist. Es wäre auch einfach gewesen, wenn sich die Zivilgesellschaft positioniert hätte. Der Zeitpunkt, wo alles gekippt ist, waren die 90 Jahre, Brutalste rechtsradikale Gewalt und als Reaktion so ziemlich nichts. dito - eine echte Handlungsempfehlung ist schwierig, da sie zu Konsequenzen führt. Aber damit befassen, sollte man sich schon. Denn, ich habe nichts gewusst, zählt heute nicht mehr.