Hallo Henning, danke für die "Blumen". Ja, das war kein Witz. Man hat mir beschieden, dass man sich freue, wenn ich außen am Zaun lang fahre, aber es sei wirklich nicht günstig auf den Hof zu fahren und Mitarbeiter zur Flucht zu nötigen. Leider tragen heute viele Mechatroniker Schuhe mit Klettverschluss, weil schon das Schleife Binden eine technisch schwierige Aufgabe ist, die nicht digital als gelungen überprüft werden kann. Und wenn dann noch wer mit einem Register- oder Mehrfachvergaser auftaucht, dann ist alles vorbei. Mit 59 Jahren gehöre ich noch zu der Generation, die Reparieren gelernt hat, Werkstoffkunde, etwas Maschinenbau, Bleche treiben und formen, schweißen. Ich überhole 4 Takt Motoren selbst( Bohren und Hohnen lasse ich machen), aber Größe und Art sind Egal. Speziell Bremsen sind meins. Alle meine Autos waren besonders und immer die, die von Werkstätten und Besitzern aufgegeben wurden. So hat mein 960er Volvo jetzt 740tsd km, der alte Audi über 900tsd km, mein leider nicht mehr existierender Renault 5 Alpine über 500tsd km. Mein CX GTI ist vergleichsweise ein Neuwagen mit 175tsd km, wenn auch über 20 Jahre Stillstand nicht nur positiv waren. Bei dem 2400er GTI mit Klima und Schiebedach Serie 1 hat leider der Standplatz auf der Wiese nicht gut getan, aber der Rahmen ist gut und beide Autos sind mit 20 Jahre altem Treibstoff sofort angesprungen, nachdem ich die Einspritzdüsen 3 Tage in Bremsflüssigkeit gebadet habe. Ein paar Dinge beim CX sind eher lästig, aber Oktopusersatz lässt sich leicht für ein paar Cent dauerhaltbar selbst herstellen, und die Umluftklappensteuerung der Serie2, hier vor Jahren ein Thema, lässt sich ganz einfach haltbar machen, wenn man weiß, wie man den Stellmotor zum Abschalten bekommt, sowie E-Fensterheber. Mir geht es um den Erhalt wertvollen Kulturgutes auf vier Rädern, ich liebe, wie auch mein kleiner Sohn die schönen, alten Citroen. Viele fallen der Entsorgung zum Opfer, aber großes oder kleines Rostloch ist eigentlich egal. Nur scheitern viele Autoliebhaber an der Schweißerei mangels Möglichkeit oder Können. Das ist schade. Und so geht es nicht nur um Reduzierung der Hallenmiete, sondern auch gleich Gesinnten eine Option zu bieten, gemeinsam oder auch als Auftragsarbeit mit geringen Anschaffungskosten einen Traum zu verwirklichen. Autos mit großen Löchern sind billig, mit kleinen Löchern teuer, aber eben auch kaputt. Und meine Arbeit kostet nicht 100erte von Euros je Stunde, lange nicht. So hoffe ich auf Mitmacher oder auch auf die eine oder andere Auftragsarbeit und natürlich auch auf nette Gesellschaft. Bei mir sieht es nicht aus wie im OP-Saal, sondern eher wie in sehr südlichen Regionen vor 50 Jahren, aber was rauskommt hält, fährt und sieht gut aus. Dokumentationen meiner Arbeiten gibt es, so z. B. von einem 74er Fiat Spider mit selbst genähter Innenausstattung und handgefertigten Holzteilen oder einem R5 Alpine mit neuem Vorderwagen und handgetriebenem Fußboden, der über 30% neues Blech bekommen hat. Nächste Woche will ich mit meinem Sohn mal bei Rene in Stadlohn vorbei schauen, ob von dem, was er verschrotten will, nicht noch etwas mit Liebe wieder auf die Räder zu bekommen ist, ob einzeln oder als Puzzel aus mehreren Autos. Und vielleicht reicht ja dann irgendwann das Budget für eine wegen vermeintlicher Hoffnungslosigkeit aufgegebene DS, die mein Sohn so gerne hätte und in gut 6 Jahren fahren dürfte. Nun bleibt die Hoffnung, dass irgendwer sich meldet, weil er gerne selbst schraubt oder weil das Budget nicht für einen professionellen Restaurator reicht bzw. das den künftigen Wert des Autos übersteigen würde. Hauptsache, die schönen Autos rollen weiter. Grüße Stephan