Die Schweiz als Gesellschaft hat die Energiewende verpennt. PV haben wir nur, weil private Hauseigentümer die haben wollen. Weils der billigst mögliche Strom ist, selbst, wenn er nicht immer kommt. Windkraft gibt es quasi nicht, weil die Gesellschaft noch nicht gerafft hat, dass die notwendig ist. Es stehen ein paar Windräder am Gotthard (da ist immer Wind), auf dem Chasseral glaub ich auch, und zwei auf einem Hügel im Entlebuch. Es ginge bedeutend mehr, aber es gibt allenthalben Widerstand. Wie gesagt, die Notwendigkeit wurde noch nicht erkannt. Es wurde auch die Notwendigkeit von mehr Stauseen nicht erkannt. - Meiner Meinung nach brauchen wir solche, weil die Gletscher in ein paar wenigen Jahren weg sind. Es fällt dann der Rhein im Sommer einfach trocken, und mit dem Inn auch die Donau. Das verdient kein Lob. Das ist einfach nur nichts tun, Seitens des Staates. Was man in der Schweiz richtig macht, ist, erneuerbare nicht auf Kosten aller unnötig zu fördern. Man hat Solarparks subventioniert nach Putins Überfall auf die Ukraine, aber grossflächige Umlagerungen ohne politisches Interesse vermeidet man. Erneuerbare Energie ist billig genug. Es reicht, ihr keine bürokratischen Hindernisse entgegenzusetzen. PV floriert, seit man keine extra Baubewilligung dafür mehr braucht, und Gerichte den Heimatschutz in seiner Oppositionsrage dagegen in die Schranken gewiesen haben. Gut so. Industrie haben wir, aber wenig Schwerindustrie. Sulzer baut schon Jahrzehnte keine Schiffsdiesel mehr. Das LKW-Werk von Saurer stellte 1983 die zivile Produktion ein, 1986 verliess der letzte Militärlaster das Werk, vor dessen Schliessung. Die Elektroindustrie ist ein Schatten ihrer selbst, auch ohne Dekarbonisierung, die textilindustrie gibt es nicht mehr und auch die Maschinenindustrie kämpft auch ohne Dekarbonisierung. Von drei Grossbanken gibt es noch eine einzige. All das hat nichts mit der Energiepolitik zu tun. Übrigens auch nicht, dass die Elektro- und Maschinenindustrie überhaupt aufblühen konnte. Es gab halt viel Wasserkraft und daher waren fehlende Bodenschätze kein allzu grosser Nachteil. Auch die Basler Chemie fusste darauf. Banken? Notwendig für den Bahnbau, und danach Förderer der Industrie. Anders als in D nicht nur der grössten Firmen, sondern bis runter zum Dorfbäcker. Die Schweiz hat ihre Krisen noch vor sich. Das verschwinden der Gletscher. Wasserkrise. Energiekrise nach Wegfall der Kernenergie. - Zu nichts davon hat man einen Plan. Kein Anlass zu Lob.