Hallo zusammen, mein Name ist Bernd und ich möchte mich als neues Mitglied aus dem Allgäu vorstellen. Zum Einstand habe ich gleich einen kleinen Restaurationsbericht mitgebracht: den Austausch des Chassis meiner Citroën 2CV6 Charleston im Frühjahr 2023. ScheunenfundDie Ente befindet sich seit Ende der 1990er-Jahre im Familienbesitz. Ich erinnere mich noch an die Abholung der Ente, weil sie klischeehaft unter einem Heuberg vergraben war. Es sah aus wie auf einer Postkarte. Chassis durchgegammeltNachdem das originale Fahrgestell im Bereich zwischen Motor und Fahrgastzelle durchgerostet war, stand das Fahrzeug für längere Zeit unbewegt herum. Auf dem Foto erkennt man gut, dass es sich nicht mehr nur um oberflächlichen Rost handelte. Das Chassis war an mehreren Stellen vollständig durchgerostet und war damit strukturell geschwächt. Da die Ente natürlich etwas Besseres verdient hatte, begann ich mit der Suche nach einem geeigneten Ersatz. Ein verzinktes Chassis vom FranzosenSchließlich bestellte ich beim Franzosen ein verzinktes Ersatzchassis mit elf Jahren Garantie gegen Durchrostung. Ich habe dieses Chassis gewählt, weil es ein Gutachten hatte und auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Laut Gutachten liegt für diesen Nachbau eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Citroën Deutschland AG vor. Ich habe mit diesem neuen Fahrgestell dann anschließend auch eine H-Zulassung erhalten. Für das verzinkte Chassis, das große Befestigungspaket, das Blech unter dem Motor sowie für die Lieferung per Spedition habe ich im April 2023 insgesamt rund 1.800€ gezahlt. Das verzinkte Ersatzchassis erhöht das Fahrzeuggewicht laut dem zugehörigen Teilegutachten um elf Kilogramm. Der Franzose schreibt, dass dieses Chassis CAD-entwickelt ist und durch zusätzliche Knotenbleche unter den Achsaufnahmen sowie im Vorderachsbereich verstärkt wurde. Bei den hinteren Rahmenenden wurde auch eine zusätzliche Querversteifung ausgeführt, sodass es für den Anhängerbetrieb besser geeignet ist. Laut dem Hersteller wird das Chassis bei der Feuerverzinkung in ein etwa 500 °C heißes Zinkbad getaucht. Zusätzlich habe ich die Hohlräume mit Konservierungswachs behandelt. Damit sollte das neue Chassis mich als Besitzer überleben. Das Chassis wurde bereits beim Hersteller mit der Fahrgestellnummer versehen und innerhalb von zwei Wochen per Spedition geliefert. TrennungZunächst habe ich die Verkabelung und sämtliche fest verschraubten Verbindungen zwischen Chassis und Fahrgastzelle entfernt. Anschließend wurde die Fahrgastzelle mithilfe einer Hebebühne vorsichtig vom Chassis getrennt. Im Fahrzeugbau bezeichnet man ja den Moment, wo die Karosserie mit dem Antriebsstrang verbunden wird, als Hochzeit. Da ich hier genau das Gegenteil tat, habe ich diesen Vorgang für mich als Trennung bezeichnet. UmbauNach der Trennung lag das alte Chassis vollständig frei. Anschließend baute ich den Motor samt Getriebe, die Achsen und den Tank vom alten auf das neue Chassis um. Jetzt war ja alles sehr leicht zugänglich und ich konnte gleich noch ein paar Teile erneuern. Das originale Chassis wog nur ungefähr 50 Kilogramm. Ich war überrascht, wie leicht das für die Ente so wichtige Bauteil ist. Die Abnahme und Eintragung des Chassiswechsels durch den TÜV verliefen problemlos. Das mitgelieferte Gutachten des Franzosen war sehr gut. Aus dem alten Chassis habe ich die Fahrgestellnummer herausgeflext und dem Prüfer vorgezeigt. Alternativ wäre auch ein Verwertungsnachweis des alten Fahrgestells oder eine eidesstattliche Erklärung möglich gewesen. Rückblickend war der Chassiswechsel zwar eine umfangreiche Arbeit, aber dafür kann man das gute Stück endlich wieder fahren. Viele Grüße Bernd